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Der Bann ist gebrochen

Der Bann ist gebrochen

Ein Satz zum vergessen und drei für die Nerven. Mit einem 3:1-Auswärtserfolg rehabilitierten sich die Fighting Kangaroos Chemnitz beim TV Villingen – der erste Erfolg im siebenten Spiel. Nach 105 Minuten war der Krimi beendet (17:25, 25:22, 25:21, 25:23).

Es war die erwartete Nervenschlacht. Gegen die Rand-Schweizerinnen aus Villingen hielt das Nervenkostüm der Chemnitzer Bundesliga-Volleyballerinnen diesmal jedoch Stand. Sie brauchten allerdings die schon obligatorischen anderthalb Sätze, um wach zu werden. Nach einem völlig verkorksten Start in die Begegnung, rappelten sich die Chemnitzerinnen jedoch auf und holten sich die so wichtigen Punkte.

Der erste Satz begann alles andere als überzeugend. Schnell lagen die Fighting Kangaroos mit 4:13 aussichtslos im Rückstand und kamen im weiteren Verlauf des Durchgangs nur schwer in die Gänge. Beim Stand von 17:25 war die Messe gelesen und der Satz weg. Verunsichert wirkend ging das Team von Coach Hendrik Richter in den zweiten Spielabschnitt. Auch in diesem versagten zunächst die Nerven. „Wir lagen schon mit 10:18 hinten. Es lief einfach nicht“, so der Trainer. Die Schiedsrichter taten ihr Übriges und sorgten mit zweifelhaften Entscheidungen für Überraschungen. Das tat dem ohnehin schon angekratzten Selbstbewusstsein nicht gut. Glücklicherweise lagen die Herren in blau aber auf beiden Seiten hin und wieder daneben. Dann folgte die unglaubliche Aufholjagd der Gäste aus Sachsen. Mit konzentriertem Spiel, starken Aufschlägen, tollen Abwehraktionen und beherztem Zugreifen im Block erkämpften sie sich Punkt um Punkt und zogen am konsterniert wirkenden Gastgeber vorbei, setzten sich ab und holten sich den zweiten Satz mit 25:22.

„Hier konnten wir das erste Mal durchschnaufen. Die Anspannung war dennoch sehr hoch“, so Mittelblockerin Anne Herklotz. So kam es dann auch, dass die Hausherrinnen abermals den besseren Start in einen Satz erwischten. „Ich weiß nicht, was los war, alles ging so schnell. Auf einmal lagen wir schon wieder mit sechs Punkten im Rückstand. Es war zum verzweifeln“, Herklotz rückblickend auf den dritten und vorentscheidenden Durchgang beim Stand von 7:13. Doch auch hier schafften die Kängurus die Wende. Wieder waren es gute Aufschläge und das bessere Ende bei den zuweilen sehr langen Ballwechseln. „Unsere Abwehr hat in diesen Phasen einen überragenden Job gemacht und uns immer wieder zurück ins Spiel gebracht“, resümiert Coach Richter. Den letzten Punkt machten die Gastgeberinnen beim Stand von 22:21 und das Chemnitzer Team holte sich Satz Nummer drei nach 26 bangen Minuten mit 25:21.

Der Erfolg war zum Greifen nah und doch so fern. In den möglicherweise letzten Satz des Abends starteten beide Teams recht zaghaft. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Das angespannte Nervenkostüm der Gäste aus dem Westsächsischen wurde weiter strapaziert, als die Unparteiischen abermals mit Fehlentscheidungen gegen sie richteten. Mit vier Punkten Rückstand startete dann aber die erneute Aufholjagd. Wieder waren es Aufschlagserien von Marika Asztalos und Luise Brandt, die den Erfolg einleiteten. Der starke Angriff und das kluge Zuspiel taten ihr Übriges. Nach dem Abpfiff beim Stand von 25:23, brachen die Kängurus in minutenlangen, unbändigen Jubel aus.

„Diesen Erfolg haben wir uns redlich verdient, die Freude ist absolut berechtigt, der Knoten jetzt hoffentlich geplatzt und das Selbstbewusstsein da. Ausruhen gilt aber nicht. Wir stecken immer noch ganz tief unten drin. Aber wir kommen da raus, da bin ich mir sicher“, gibt sich Richters Assistent Georgi vorerst erleichtert.

Am kommenden Wochenende wartet mit dem VC Olympia Dresden ein ganz anderes Kaliber auf den Chemnitzer „Sechser“. Aber auch die Nachwuschschmiede des Dresdner SC ist nicht unschlagbar. „Mit einer weiteren Leistungssteigerung ist vielleicht was drin“, so Richter abschließend.

Ein paar Fotos vom Spiel gibt es auf http://www.suedkurier.de/_/tools/diaview.html?_CMTREE=975688&_CMBILD=6331916

Für Chemnitz spielten: Kristina Ritt, Tina Lange, Marika Asztalos, Anne Herklotz, Mandy Sohr, Luise Brandt, Alina Styra, Isabell Krahl

Spielinformationen:
2. Volleyball Bundesliga-Süd Damen 2011/2012
8. Spieltag, TV Villingen – Fighting Kangaroos Chemnitz
1:3 (25:17, 22:25, 21:25, 23:25) / 105 Spielminuten / 350 Zuschauer

Die nächsten Spiele:
12.11.2011, 15 Uhr: VC Olympia Dresden – Fighting Kangaroos Chemnitz
19.11.2011, 19 Uhr: Fighting Kangaroos Chemnitz – FTSV Straubing
26.11.2011, 20 Uhr: VfL Nürnberg – Fighting Kangaroos Chemnitz
17.12.2011, Fighting Kangaroos Chemnitz – Allgäu Team Sonthofen

sg/sb

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Über SaSH

SaSH heißt eigentlich Sascha Georgi und ist seit 2010 Pressesprecher der Volleyball-Bundesligamannschaft des Chemnitzer PSV, ehemals Fighting Kangaroos Chemnitz. Er wurde am 10. Oktober 1980 in Karl-Marx-Stadt geboren. Sascha war neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Pressesprecher auch zwei Jahre als Co-Trainer der Fighting Kangaroos beschäftigt.

Ein Kommentar

  1. Glückwunsch! Es geht doch! Weiter so 🙂

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