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Trainerin der CPSV Volleys: Wir behalten die zweite Liga im Auge

Trainerin der CPSV Volleys: Wir behalten die zweite Liga im Auge

Neubeginn unter weiblicher Führung: Dorota Gryka soll die Chemnitzer Volleyballerinnen zurück zu alter Stärke führen. Die gebürtige Polin hat selbst viele Jahre höherklassig gespielt.

Nach dem tiefen Fall der Chemnitzer Volleyballerinnen in die nur noch vierthöchste Spielklasse werden in der Sektion des Polizeisportvereins die Ärmel hochgekrempelt. Dorota Gryka geht mit gutem Beispiel voran.

Von Mario Schmidt
erschienen am 08.08.2015

Nach 14 Jahren in der 2. Bundesliga und sogar einer Saison in Liga eins ist der Chemnitzer Volleyballsport an einem Tiefpunkt angelangt. Weil nach dem Abstieg im Frühjahr für Liga drei keine spielfähige Mannschaft zustande kam, treten die Spielerinnen des Polizeisportvereins nächste Saison in der Regionalliga an. Der Absturz in die nur noch vierthöchste Klasse ist inzwischen abgehakt worden – zumindest von Dorota Gryka. Die gebürtige Polin, bisher für die zweite Mannschaft verantwortlich, soll das Team der CPSV Volleys Schritt für Schritt nach oben führen. „Wir wollen mittelfristig wieder dorthin, wo wir waren, behalten die zweite Liga im Auge“, sagt die Cheftrainerin.

Über die traurigen Ereignisse der vergangenen Monate in der Volleyball-Sektion will sie kein Wort verlieren. „Was hier gelaufen ist, ist für mich nicht relevant. Ich habe jetzt eine tolle Mannschaft, tolle Leute ringsherum und schaue nur nach vorn“, betont die 46-Jährige, die aus Bialystok nahe der weißrussischen Grenze stammt. Für sie ist Volleyball „die schönste Sportart auf der Welt“. Als Grundschülerin hatte sie in ihrer Heimatstadt als Aktive begonnen. Ein anderer Sport sei nie infrage gekommen. „Meine beiden Brüder haben auch Volleyball gespielt“, berichtet Dorota Gryka.

Künftig nur an der Seitenlinie

1995 siedelte sie nach Deutschland über und spielte in Grimma in der 2. Bundesliga. Als die Mannschaft vor zehn Jahren den Sprung in Liga eins schaffte, beendete die Polin ihre Leistungssport-Karriere. „Ich hätte die 1. Bundesliga körperlich nicht mehr geschafft“, sagt sie im Rückblick. Der Umzug mit ihrer Familie nach Frankenberg führte zu einem Wechsel zum Chemnitzer Polizeisportverein, wo Dorota Gryka bis zur vergangenen Saison als Spielertrainerin das Regionalliga-Team betreute. Sie kennt die vierte Liga also bestens. Künftig wird sie sich auf die Rolle als Coach an der Seitenlinie beschränken.

Nach dem Ziel für die neue Saison befragt, will sich Gryka nicht auf eine Platzierung festlegen. „Es ist auch nicht wichtig, welchen Rang wir belegen“, sagt sie. Entscheidend sei, für die nächsten Jahren wieder etwas aufzubauen. Im Moment wisse sie nicht, wo ihre Schützlinge sportlich stehen. „Wir haben ja eine ganz neue Mannschaft, die sich aus bisherigen Zweitliga- und Regionalliga- sowie aus Nachwuchsspielerinnen zusammensetzt“, erklärt die Trainerin.

Dass die vierte Liga mitunter als „Hausfrauen-Liga“ abgestempelt wird, sollte aus ihrer Sicht nicht mit den gezeigten Leistungen zusammenhängen. „Man könnte diese Spielklasse höchstens so bezeichnen, weil dort viele Mütter mitspielen“, sagt die Wahl-Sächsin, die einen lockeren Umgang mit ihren Schützlingen pflegt. „Sie dürfen mich duzen und mich ,Doro‘ nennen.“ Am nächsten Montag werden die Chemnitzerinnen ihren offiziellen Trainingsstart vollziehen. Das erste Punktspiel steigt am 19. September um 19 Uhr in der heimischen Sporthalle an der Forststraße gegen Einheit Borna. Zu weiteren Gegnern in der Regionalliga zählen die LE Volleys Leipzig, VV Meiningen, HSV Weimar, das Erfurter Volley-Team II und der TSV Zschopau.

Neuwahlen angekündigt

In der Volleyball-Sektion des CPSV wird unterdessen versucht, eine neue Struktur zu schaffen, die Aufgaben auf mehr Schultern zu verteilen. „Es hat sich eine Truppe von gut 20 Leuten herauskristallisiert, die mithelfen wollen und die sich schon mehrfach zu Beratungen getroffen haben“, berichtet Stefan Baldauf. Er war bisher der Mannschaftsleiter der Volleys. Diese Rolle wird Monique Furchner übernehmen. Baldauf will künftig jedoch weiter in der Sektion mitarbeiten. „Es wird auch Neuwahlen geben“, kündigt der 66-Jährige an. Er und seine Mitstreiter seien „riesig froh“, Dorota Gryka als Trainerin für den Neustart in der vierten Liga gewonnen zu haben. Die Spielerinnen hätten sich klar für sie ausgesprochen und waren offensichtlich nicht bereit, unter dem zuletzt als Interimstrainer fungierenden Falk Stöhr weiterzumachen. Stöhr konzentriert sich unterdessen wieder auf seine bisherige Tätigkeit als Nachwuchs-Coach.

Wie Baldauf berichtet, führe man gerade einen Kassensturz durch. Finanzielle Probleme seien aber nicht zu befürchten. Auch in der Regionalliga könne der als Talentstützpunkt eingestufte CPSV auf Förderer bauen, allen voran Hauptsponsor Eins. „Dadurch haben wir eine gesicherte Einnahme“, ergänzte Baldauf. Die erste Damenmannschaft habe zu Zweitliga-Zeiten „losgelöst von der Sektion“ existiert. Von nun an sei sie eines von acht Teams, darunter auch zwei männliche.

 

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Über Stefan Baldauf

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