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Eindrucksvoll zurück

Eindrucksvoll zurück

Mit einem an Prägnanz kaum zu überbietenden 3:0 (25:17, 25:12, 25:22)-Sieg gegen den TSV Eiselfing haben sich die Volleyballdamen im Kampf um die Spitzenplätze in der dritten Liga Ost zurückgemeldet. In einem bemerkenswerten Spiel war es am Ende nicht die von Trainer Jan Pretscheck geforderte Emotionalität, die zur Grundlage des Sieges avancierte.

Vielmehr schaukelte sich die individuelle Klasse des gesamten Volleys-Teams erstmals in der Saison zur von Trainer Jan proklamierten Volleyball-Show mit spielerischer Überlegenheit hoch, gegen die der Tabellenfünfte aus Oberbayern – immerhin Bezwinger des Tabellenführers Augsburg – nicht genug entgegensetzen konnte. Auf dem Feld und daneben sprühten die CPSV Volleys vor Ehrgeiz, Selbstvertrauen, Wiedergutmachungsdrang und Siegeswillen und beschenkten nach den Niederlagen gegen Augsburg und Hammelburg ihr treues Publikum mit drei sauber und eindrucksvoll erspielten Punkten. Ein vorfristiges Weihnachtsgeschenk sozusagen, denn das nächste Heimspiel steht erst im neuen Jahr an: Am 14. Januar 2017 heißt der Gegner Dresdner SSV. Bis Weihnachten sind noch die Auswärtspartien in Friedberg (12.11.), Nürnberg (19.11.), Altdorf (20.11.) und Planegg (10.12.).

Satz eins startete mit einer 3:0-Führung für die Gäste, ehe der CPSV mit 7:3 enteilte und dabei schon einmal eine Kostprobe seines Könnens gab. Der Vorsprung baute sich auf 17:10 aus und der Satz glitt sicher nach Hause.

Satz zwei dann der große – ach was! – wahnsinnige Auftritt unseres Teams, vor allem von Curry und Susi als Teil der fulminanten Volleyball-Show, die Trainer Jan vor dem Spiel angekündigt hatte. Als Beispiele der Punkt zum 5:3 – Curry im Schnellangriff mit rechts, dann wieder mit rechts, schließlich mit links gelupft hinter die Sechs; Punkt zum 9:4 – Curry auf Mitte mit mustergültigem „Lermerschem Zuspiel“ auf Susi, die den Ball schnurgerade aufs Blau zimmert. Und dazwischen – block!, block!, block! – so trepanierend, dass die Kleeblatt-Feldabwehr um Libera Krissi Aringer (Lieblings-„Doping“ laut Vereinshomepage: Curry-Wurst) kaum mehr zum Luftholen kommt und der starke, im ersten Satz noch stichige grüne Außenangriff um Mavie Hasenöhrl bis zur Bedeutungslosigkeit versiegt.

Und oft vergessen: die Chemnitzer Defensive aus Yvonne, Anna und Daniela stand in dieser Phase wie die Herkulessäulen im Bielatal, und im Zuspiel hielt Eevi unprätentiös die Fäden zusammen. Einzig Anne aus dem Stammsechser, in ihren lichtgrünen Unterarmstulpen, musste in dieser entscheidenden Show-Spielphase zugunsten des Liberoeinsatzes von außen zuschauen und anfeuern.

Beim Stand von 15:4 dann das Nummerntäfelchen: Lotte darf aufs Feld und Curry wird mit stehenden Ovationen im Stile einer Fußball-Mittelstürmerin nach einem Doppel-Hattrick (der Ausflug auf den grünen Rasen sei den Besuchern mit Affinität zu beiden Sportarten in der Halle gewidmet und möge von den Volleyballpuristen verziehen werden) gefeiert. Bei diesem Stand hat Susi aber schon sechs Aufschläge in Serie getätigt, bis zum Stand von 20:4 folgen noch fünf weitere, davon drei Asse und weitere Halb-Asse, flatternd, surrend übers Netz, zum Genießen. Über 21:7 und 23:9 schaukelte sich der Satz ins Ziel.

Ein Spiegelbild der Saison dann Satz drei: bis zum Stand von 18:11 haben es Corina & Co. eilig, rasch zum mannschaftsinternen Kartenspielabend zu kommen, der aufgrund der ungewöhnlich frühen Anpfiffzeit noch angesetzt ist. Es hagelt vom 14:11 bis zum 22:11 Punkte im 20-Sekunden-Takt, beinahe scheint die Begegnung unter einer Stunde Spieldauer zu Ende zu gehen. Doch dann machen es unsere Volleys selbst nochmal spannend. Einen Moment lang ist – wie in den Spielen gegen Augsburg und Hammelburg – von Annahme und Feldabwehr nichts mehr zu sehen, die Kleeblätter bringen – ohne zu glänzen – jeden Ball aufs Parkett. Allein, dies gerät zur Randnotiz, mit dem 23:19 ist die Volleys-Konzentration wieder da. Anna-Maria und Susi von links setzen sehr zur Freude der an diesem Nachmittag besonders dezibelreich beschallten 250 Zuschauer in der Forstarena (darunter über 20 Kinder unter 6 in dem von Trikotsponsor FDG gesponsorten Kinderspielgehege) die finalen Punkte.

Ein Wort zu den Eiselfinger Fans: sieben an der Zahl hatten den Weg nach Chemnitz gefunden, mit grünen Kleeblatt-Schals und einem Sweat-Shirt „die besten Fans der Welt“ bekleidet, ihr Team in jeder Phase des Spiels trompetend angefeuert, und begleiteten es auch nach Hammelburg, wo am Sonntag das nächste Spiel anstand. Respekt!

Kleeblatt-Trainer Randolf Heidlinger erkannte dann auch, dass die Volleys ihre Stärken in Aufschlag und Block perfekt abgerufen und seinem Team (Anspruch: in der dritten Liga langfristig oben mitspielen) damit den Zahn gezogen haben. Volleys-Coach Jan: „Das Team hat umgesetzt, was sich im Training diese Woche angedeutet hat. Wichtig war nicht nur der Sieg, es war die Art und Weise, wie er auf dem Feld zustande kam.“ Die Vorfreude auf das nächste Heimspiel begann zu wallen, als er nüchtern hinzufügte: „Da geht noch mehr.“ Gleichfalls eine Erkenntnis im Vergleich zum Spiel in Hammelburg: die Präsenz der Führungsspielerinnen Corina, Susi und Daniela macht einen wesentlichen Unterschied.

Kleiner Wermutstropfen: Stammzuspielerin Lisa Bosinski muss aus gesundheitlichen Gründen erst einmal eine Pause einlegen. Am Samstag erstmals im Volleys-Aufgebot dabei war daher Patty Stein (geb. Wilhelm), Jahrgang 1995, die aus Lichtenstein stammt und von 2005 bis 2008 in der CPSV-Jugend spielte. Die Studentin im Grundschullehramt an der TU Chemnitz charakterisierte die Begegnung mit einem Wort „Mega!“.

Die CPSV Volleys spielten mit: Eevi Häyrynen, Corina Ssuschke-Voigt, Yvonne Barth, Susanne Besa, Anne Jüttner, Anna-Maria Nitsche, Daniela Espig, Lotte Beier, Monique Furchner.

Der Verfasser dankt zwei fachkundigen Angehörigen des SSV Chemnitz für so manche analytische und begriffliche Steilvorlage.

Impressionen vom Spiel

Text: Thomas Blaudeck
Titelfoto: Gotthard Paulig

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Über Thomas Arany

Ein Kommentar

  1. Trepanieren kannte ich noch nicht …

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