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DSG-Volleys: Lohhof eine Unbeschwertheit besser

DSG-Volleys: Lohhof eine Unbeschwertheit besser

Für die Eiligen das Ergebnis vorweg: die Dentalservice-Gust-Volleys verlieren zu Hause gegen den SV Lohhof II mit 1:3 (17:25, 19:25, 25:18, 19:25). Damit möge an eine Maxime des Sports erinnert werden: auch Heimniederlagen gehören dazu. Ein Verweis auf Erinnerung deswegen, da nun zum ersten Mal seit dreizehn Monaten (am 22.10.2016 mit 0:3 gegen Augsburg) und zum zweiten Mal seit knapp zweiunddreißig Monaten (am 28.03.2015 mit 1:3 gegen Straubing) ein Chemnitzer Volleys-Punktspiel vor heimischem Publikum in die Binsen ging.

Im Schweinsgalopp seien die vier Sätze über 93 Spielminuten wie folgt erzählt: am Anfang rennt Chemnitz wie gewohnt einem Rückstand hinterher, wobei auch eine Führung in der Luft liegt (5:8, 9:11, 12:12, 15:20). Die gelingt dann im zweiten Satz (5:2), ehe Lohhof aufschließt und das Spiel peu à peu (6:6, 8:8, 11:11, 13:13) in Egalität voranschreitet. Dann entdeckt Lohhof ein oder zwei neuralgische Punkte in der Chemnitzer Annahme und erarbeitet sich mit druckvollen und punktgenauen Aufschlägen dorthin einen komfortablen Vorsprung (13:17, 15:19), der auch nach dem taktischen Liberowechsel von Thyra auf Yvonne nicht mehr aufgeholt werden kann. Satz drei versöhnt dann das Chemnitzer Publikum mit einem knappen Start-Ziel-Sieg, ehe eine unbeschwert aufspielende bayrische Mannschaft gegen eine nie aufsteckende, und doch die Handbremsen-Mentalität nie ganz ablegen könnenden amtierenden Drittligameister das Ding reißt. Das Fehlen von Ela und Lisa W. schien in den Chemnitzer Köpfen präsent, und eine gewisse Zurückhaltung muss auch dem Publikum in der Halle ein wenig nachgesagt werden (an Felix, Hallensprecher: an Dir lag’s nicht, Du hast Dein Bestes versucht, ohne dabei den Teppich der gebotenen sportlichen Grundneutralität zu verlassen). So blieb der Punkteteller aus Chemnitzer Sicht diesmal leer.

Im Gespräch mit Lohhof-Trainerin Claudia Mürle findet sich dann ein interessantes sprachliches Bild im Block: Auf mögliche Gründe des Erfolgs beim Favoriten angesprochen, zeichnet die 41-Jährige ihre junge Mannschaft (vier der Sechs waren grad noch U18) in Gestalt einer Schildkröte, deren Panzer dafür sorgt, dass sich jede im Team aufgehoben fühlt, auch wenn er oder sie nach Fehlern einmal den Kopf oder eine Gliedmaße zu weit herausgesteckt hat. „Wir müssen sehen, dass die Wellenbewegung so geht und nicht so“, dabei deuten die Zeigefinger harmonische Schwingungen unterschiedlicher Amplitude und Frequenz an. Will heißen, dass sich Fehler nur kurz bis zum nächsten Aufschlag in den Köpfen zutragen und sich dann alle Gedanken wieder nach vorn richten. Sieht so aus, als ob das aus Unterschleißheimer Sicht ganz gut geklappt hat. Nicht fehlerfrei, aber doch erfolgreich.

Da auf Chemnitzer Seite nach dem Match alle Beteiligten selbstkritisch mit der Niederlage umgingen und der Bitte nach zitablen, zweckoptimistischen Stellungnahmen abschlägig gegenübertraten, nimmt sich der Chronist des Rates einer routinierten Spielerin an und verkündet agitativ selbst: „Mädels und Jungs im und am Feld, Damen und Herren im Publikum, die Saison geht weiter. Niederlagen gehören dazu. Möge man auch daran wachsen. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Nun sind erst einmal vierzehn Tage Zeit, dann steht am zweiten Advent (Sonntag, 10.12., Spielbeginn 15 Uhr) die Reise nach Ansbach auf dem Programm.

Für die DSG-Volleys spielten: Lisa Bosinski, Ulrike Voß, Yvonne Barth, Christiane Maul, Michelle Hofmann, Anna-Maria Nitsche, Thyra Popov, Corina Ssuschke-Voigt, Sarah Mater, Zoi Aimilianos.
Trainer: Frieder Heinig, Steffen Ihlenfeldt.
Physio: (: bitte melden :))

Titelfoto: Thomas Blaudeck

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